CosDay² 2026 - Mehr als nur eine Convention
- Hideko

- 10. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Wenn mich jemand vor ein paar Tagen gefragt hätte, worauf ich mich am meisten beim CosDay² freue, hätte ich vermutlich gesagt: nette Gespräche, bekannte Gesichter wiedersehen und natürlich mein Merchandise präsentieren.
Jetzt, nach dem Wochenende in Frankfurt, weiß ich, dass ich etwas viel Wertvolleres mit nach Hause genommen habe.
Zurück auf einer kleinen Convention
Die letzten fünf Jahre war ich fast jedes Jahr auf der DoKomi, einer der größten Anime- und Manga-Conventions Deutschlands und Europas. Große Hallen, unzählige Besucher und ein unglaubliches Programm gehören dort einfach dazu.
Der CosDay² war dagegen eine ganz andere Erfahrung.
Vor über zehn Jahren war ich zuletzt regelmäßig auf kleineren Conventions unterwegs. Dann wurde ich schwanger und erstmal waren meine Kunst und Conventions auf Eis gelegt. Nachdem ich mich dann 2020 hauptberuflich selbstständig gemacht habe, ging es direkt wieder auf Conventions, aber nicht auf die kleinen, sondern direkt Dokomi. Dort ging es dann primär um Umsatz, Planung, neue Produkte, Organisation...
Dieses Wochenende fühlte sich deshalb fast wie eine kleine Zeitreise an.
Eine Organisation, die sich wirklich kümmert
Was mich besonders beeindruckt hat, war das Organisationsteam, allen voran Jan Hefner.
Egal welches Problem auftauchte, es wurde nach einer Lösung gesucht. Selbst als das mobile Internet nicht so wollte wie wir Aussteller, wurde schnell geholfen.
Da ich ohne Helfer am Stand war, konnte ich meinen Platz kaum verlassen. Umso dankbarer war ich, dass das Team regelmäßig durch den Künstlermarkt ging und Jan sogar Essensbestellungen aufnahm. So bekam ich an beiden Tagen frische Pizza direkt an den Stand geliefert. ❤️ Und als wäre das nicht schon genug gewesen, brachten mir die lieben Mitarbeitenden des Maid Cafés sogar frischen Kaffee vorbei, was mich echt gerettet hat, da ich kaum geschlafen hatte.
Danke auf an die liebe Ruaya Arts, die ihren Stand mir gegenüber hatte und wir so gegenseitig auf unsere Stände achten konnte, während der andere schnell aufs Klo flitzen konnte.
Das sind vielleicht nur kleine Gesten, aber genau solche Dinge machen für mich den Unterschied. Man fühlt sich willkommen und merkt, dass hinter einer Veranstaltung Menschen stehen, denen das Wohl ihrer Aussteller wirklich am Herzen liegt.💕
Die Begegnung, die alles verändert hat
Es gab aber noch einen Moment, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Eine Künstlerkollegin, die ich auf dem CosDay² zum ersten Mal getroffen habe, gab mir die Möglichkeit ihren Original Charakter zu zeichnen. Ich hatte den OC gesehen und sofort riesen Motivation zu zeichnen. Nicht digital. Nicht für den Shop. Nicht für Social Media. Einfach nur so.
Ich hatte schon lange nicht mehr einfach frei und traditionell gezeichnet. Ohne darüber nachzudenken, ob daraus später ein Produkt entstehen könnte oder ob jemand den Entstehungsprozess sehen möchte. Ich nahm Stift und Papier in die Hand und zeichnete einfach drauf los, mit einem kreativen Flow, den ich lange nicht mehr hatte.
Und plötzlich war dieses Gefühl wieder da.

Zeichnen ohne etwas beweisen zu müssen
Während ich dort saß, wurde mir etwas bewusst.
In den letzten Monaten hatte ich beim Zeichnen unbewusst einen enormen Druck aufgebaut.
Seit KI-generierte Bilder immer präsenter geworden sind, hatte ich häufig das Gefühl, ich müsste ständig beweisen, dass meine Artworks wirklich von mir stammen. Dass hinter jedem Motiv echte Handarbeit steckt. Ich zeigte mehr Zwischenschritte, mehr Skizzen, Speedpaints, mehr Einblicke.
Nicht, weil ich das eigentlich wollte, sondern weil ich das Gefühl hatte, mich rechtfertigen zu müssen. Irgendwann schleicht sich so etwas in den eigenen Arbeitsalltag ein.
Man zeichnet nicht mehr nur für die Freude am Zeichnen.
Wieder zu meinen Wurzeln
Am zweiten Tag auf dem CosDay² griff ich deshalb noch einmal zu Papier und Bleistift.
Dieses Mal zeichnete ich einen meiner eigenen Original Charaktere. Meinen weiblichen chinesischen Drachen (noch ohne Namen). Einfach, weil ich Lust darauf hatte.
Keine Vorgaben. Keine Produktplanung. Keine Überlegung, ob sich das Motiv später verkauft.
Nur ich, Papier und Stifte.
Und genau in diesem Moment wurde mir klar, wie sehr mir dieses freie Zeichnen gefehlt hatte.

Das nehme ich vom CosDay² mit
Natürlich freue ich mich darüber, dass das Wochenende auch vom Umsatz her erfolgreich war. Gemessen an der Besucherzahl lief die Messe wirklich gut.
Noch wichtiger sind für mich aber die vielen Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern, die Begegnungen mit anderen Künstlerkolleginnen und dieses Gefühl, wieder ein Stück zu meinen kreativen Wurzeln zurückgefunden zu haben.
Manchmal braucht es gar keine riesige Convention.
Manchmal braucht es einfach ein Wochenende, an dem man sich daran erinnert, warum man überhaupt angefangen hat zu zeichnen.
Danke an alle, die auf dem CosDay² an meinem Stand vorbeigeschaut haben.
Danke an das großartige Organisationsteam für eure Fürsorge und Hilfsbereitschaft.
Und danke an meine Künstlerkollegin, die mich ihren OC hat zeichnen lassen und so daran erinnert hat, wie schön Zeichnen sein kann.
Ich freue mich schon jetzt darauf, dieses Gefühl mit in meinen Alltag zu nehmen. ❤️















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